Ich könnte, … ich sollte…

Ich könnte, … ich sollte…

Lieber einfach mal machen!

Kennt Ihr das? Dieses unbefriedigende Leben in der „Ich-könnte“ beziehungsweise in der „Ich-sollte“-Welt? Es gibt so vieles, was man tun könnte oder tun sollte in Bezug auf ein gutes Training mit unseren Pferden, in Sachen Erziehung und Gesundheit und vielen anderen Bereichen, dass man oft wie gelähmt ist, weil man sich nicht entscheiden kann oder nicht sicher ist, was nun das Beste oder Wichtigste wäre. Oder weil man daran zweifelt, dass man es überhaupt kann. Oder weil andere dann vielleicht über einen lachen könnten. Oder weil man fürchtet, sich eh wieder für das Falsche zu entscheiden, weil es bestimmt etwas Sinnvolleres und Besseres gäbe und so weiter und so fort. Das ist ein sehr quälender Zustand! 

Ich habe festgestellt, dass es sehr viel besser für Mensch und Pferd ist, viel öfter einfach mal zu machen, statt endlos darüber nachzudenken, was man tun könnte oder sollte! Ein fröhlicher 15-minütiger Spaziergang ist oft viel mehr wert als ewig darüber zu grübeln, welches Trainingsprogramm man heute angehen sollte, wenn das dann nur wieder in Stress, Widerwillen und Frust endet, weil man an seinen eigenen Erwartungen scheitert oder das Pferd etwas ganz anderes im Sinn hat. Das Pferd zwei-, dreimal seine Lieblingsübung machen zu lassen, ist mehr wert, als von Piaffen und Passagen zu träumen, für die das eigene Pferd vielleicht eh nicht gemacht ist. Fünf Minuten Innigkeit sind mehr wert als eine Unterrichtseinheit, in der man wieder einmal Dinge getan hat, die man gar nicht tun will …

Wie seht Ihr das?

Was sagt Dir Dein Pferd?

Was sagt Dir Dein Pferd?

Dein Pferd als Echolot

Je achtsamer ich werde und je öfter ich mir innezuhalten erlaube, um auch mal Abstand zu gewinnen von allem, was ich gerade tue, desto mehr stelle ich fest, dass mir das Leben eigentlich ständig Rückmeldungen gibt, wie: „Jep, jetzt bist du auf einem guten Weg.“ oder „Nö, das ist wieder mal die falsche Richtung.“ In der Vergangenheit habe ich vieles davon ignoriert, weil ich mir sicher war, den Weg zu kennen. Ich hatte mir schließlich viele Gedanken darüber gemacht, was ich will, ich hatte Ziele formuliert und einen Schritt-für-Schritt-Plan dafür ausgearbeitet. „Dranbleiben und durchziehen“ war oft mein Motto gewesen und doch kam es oft anders.  

Heute frage ich mich: Was, wenn jedes Stolpern und Straucheln eine Chance zum Nachdenken und vor allem zum Fühlen ist? Wenn das Leben uns wie ein Echolot Rückmeldungen darüber gibt, ob wir noch bei uns sind oder ob wir auf Abwege geraten? Und was, wenn auch unsere Pferde uns genau das eigentlich ständig zeigen? Wenn auch sie ein Echolot für den richtigen Weg sind?

Pferde können kaum etwas anderes tun, als uns etwas verweigern, um uns mitzuteilen, dass ihnen etwas nicht guttut. Dann können wir sie natürlich zwingen, so, wie wir oft auch das Leben zu zwingen versuchen – … aber der Preis dafür ist hoch und oft kommen die Gegenreaktionen um so heftiger. 

Was, wenn wir es so sehen würden: Jedes Nein eines Pferdes ist eine Chance für ein besseres Verständnis und Miteinander und jedes Ja ist ein weiterer, gemeinsamer Schritt. Was würde das mit unserem Pferd, mit uns und unserem Wir machen?

Wichtig für den eigenen Weg

Wichtig für den eigenen Weg

Du, Dein Pferd und Euer Wir …

Hier im Blog war es in letzter Zeit ein bisschen ruhiger, denn ich durfte ja mit einer tollen Gruppe meinen ersten Coaching-Kurs durchführen – die 21-Tages-Challenge. Das waren sehr intensive und berührende drei Wochen! Ich war selbst überrascht, wie viele Themen mir dazu wichtig genug erschienen, zu ihnen Anregungen und Reflexionsfragen zu entwickeln, aber es spielt ja tatsächlich so ziemlich alles in dieses Thema hinein.

Die Quintessenz möchte ich gerne hier mit Euch teilen, sie wird auch sich noch zu weiteren Blogbeiträgen hier und bei Wege zum Pferd führen: 

Um den eigenen Weg mit dem Pferd gehen zu können, ist es wichtig, 

  • einmal sich selbst besser zu verstehen, also die eigenen Motive und Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen, Prägendes aus der Vergangenheit, Überzeugungen und Unsicherheiten, also all das, was man bewusst oder unbewusst mit zum Pferd bringt,
  • dann das eigene Pferd zu erkennen, mit dem, was es selbst mitbringt, also seine Persönlichkeit, seine Bedürfnisse, sein Verhalten, was ihm Freude macht und was nicht, was geben kann und was nicht und
  • dann gilt es zu schauen, was im Wir entsteht, was sich also zwischen uns und unserem Pferd an Themen und Herausforderungen zeigt, wie wir vielleicht auch unterschiedliche Bedürfnisse abstimmen können und wie wir es schaffen, wirklich gemeinsam unterwegs zu sein. 

Jede Pferd-Mensch-Beziehung ist einzigartig und es ist für mich wunderschön, so viele von Euch ein kleines oder größeres Stück auf Eurem Weg begleiten zu können – mit solch einem Coaching-Kurs, mit meinen Texten, in Mails und Gesprächen und durch die Geschichten, die Ihr mit mir teilt. 

Wichtig für den eigenen Weg

Immer nur das Beste wollen?

Immer nur das Beste wollen?

Warum das Gute oft besser ist …

Keine Frage, wir alle möchten das Beste für unser Pferd (alternativ für andere Tiere, für unsere Kinder, für unsere Lieben und so weiter). Aber, … was ist denn eigentlich „das Beste“ und ist das wirklich erreichbar?

Durch das Internet und vor allem durch die sozialen Medien werden wir mit Ratschlägen, Tipps, Hinweisen, Idealbildern, Videos und Präsentationen geradezu überschüttet – und alle scheinen zu wissen, was das Beste für uns ist, und reden uns ein, dass dieses Beste gerade gut genug ist. Fragt Euch aber mal selbst, ob wirklich ein anderer für uns wissen kann, was das Beste ist. Wie überall gibt es auch in der Pferdewelt inzwischen unglaublich viele „Experten“, aber der Experten-Begriff ist leider ein wackliger geworden. Nur weil jemand etwas weiß oder sich gut präsentieren kann, heißt das noch lange nicht, dass das, was diese Person verkündet, wirklich für uns nützlich oder hilfreich ist.

Meiner Erfahrung nach ist das „Beste“ schon an sich oft ein viel zu hoher Anspruch, der uns manchmal schier verzweifelt auf alle möglichen Heilsversprechen hören lässt. Versuchen wir doch lieber herauszufinden, was denn überhaupt erstmal „gut“ ist – für unser Pferd, ein anderes Wesen und für uns. Das allein ist oft knifflig genug. Was gut ist, kann ja immer nur im Einzelfall erspürt werden, denn es ist immer individuell und es immer veränderlich. So schön es auch wäre, aber es gibt schlicht und einfach keine Pauschallösungen oder Tipps, die für alle und jeden passen. Was heute gut ist, kann morgen schon wieder ganz anders sein und was einem anderen als absurd erscheint, kann genau richtig sein.

Statt also das Beste zu wollen, frage Dich lieber:

Was ist jetzt gerade gut – gut für und Dein Pferd und für Dich?

Denn: Was ist wirklich gut ist, ist oft auch das Beste. 🙂

Immer das Beste wollen

Am Ende dieses Jahres

Am Ende dieses Jahres

Von Veränderungen …

Am Ende dieses Jahres fühle ich mich — wie wohl viele von uns — ganz schön zerzaust, durchgerüttelt und ausgewrungen. Für mich war es nicht nur wegen Corona ein anstrengendes Jahr, das viel Kraft gezogen hat. Dieses Jahr hat mir von Beginn an große Herausforderungen und Veränderungen auf vielen Ebenen gebracht. Es hat genommen und es hat gegeben. Und es hat mich mir selbst näher gebracht.

Weil all das ganz schön gezehrt hat,  freue ich mich um so mehr darüber, dass mein Pferd eine ständige Quelle von Freude für mich war — und ist. Anthony hat früher oft vor allem Energie gezogen, doch nun kann ich zum Auftanken zu ihm fahren! Ich werde freudig begrüßt, wir machen viele kleine und schöne Sachen zusammen und es macht mich sehr glücklich, ihn so fröhlich zu sehen. 

Das ist ein ganz wundervolles Beispiel dafür, dass sich die Dinge immer auch wieder zum Guten wenden können! Dass nach Dunkelheit wieder die Sonne scheint und dass Veränderung toll sein kann. 

So erschöpft ich auch gerade bin, so optimistisch schau ich nach vorne und möchte allen von Euch, die gerade eher gedämpft unterwegs sind, eine Portion Zuversicht schicken. Verzagt nicht und gebt nicht auf, es kommen immer auch wieder bessere Zeiten, ganz bestimmt!

Meine Berufung

Meine Berufung

Ein bisschen was über mich …

Heute mal eine kleine Info von mir, die viele von Euch so vielleicht noch nicht wissen: Ich wollte eigentlich nie die Pferde zu meinem Beruf machen. Ich hatte mir sogar ausdrücklich immer gesagt: Die Pferde bleiben mein Hobby!

Und doch ist es genau dazu gekommen. Schritt für Schritt zog und schubste mich das Leben nachdrücklich in diese Aufgabe. Tja, und so sind nun tatsächlich die Pferde nun zu meinem Beruf geworden. 

Meine Motivation „Wege zum Pferd“ zu machen, dafür zu schreiben, Kurse zu entwickeln und nun auch „Dein Weg zum Pferd“ ins Leben zu rufen, entspringt dem tiefen Bedürfnis, all das in die Welt zu bringen, was mir auf meinem Pferdeweg selbst sooo oft gefehlt hat:

  • Ideen, Anregungen und Lösungen, die nicht nur den herkömmlichen Ansätzen folgen, sondern die anders sind,
  • die mich Pferde immer besser verstehen lassen (und auch mich selbst),
  • die Berührungen ermöglichen statt auf Erfolge und Leistungen zielen und
  • die mein Herz öffnen und auch Türen.

Dafür arbeite ich.

Und ich freu mich sehr darauf, genau das hier in der Community gemeinsam mit Euch weiterführen zu können!!!