Meine Berufung

Meine Berufung

Ein bisschen was über mich …

Heute mal eine kleine Info von mir, die viele von Euch so vielleicht noch nicht wissen: Ich wollte eigentlich nie die Pferde zu meinem Beruf machen. Ich hatte mir sogar ausdrücklich immer gesagt: Die Pferde bleiben mein Hobby!

Und doch ist es genau dazu gekommen. Schritt für Schritt zog und schubste mich das Leben nachdrücklich in diese Aufgabe. Tja, und so sind nun tatsächlich die Pferde nun zu meinem Beruf geworden. 

Meine Motivation „Wege zum Pferd“ zu machen, dafür zu schreiben, Kurse zu entwickeln und nun auch „Dein Weg zum Pferd“ ins Leben zu rufen, entspringt dem tiefen Bedürfnis, all das in die Welt zu bringen, was mir auf meinem Pferdeweg selbst sooo oft gefehlt hat:

  • Ideen, Anregungen und Lösungen, die nicht nur den herkömmlichen Ansätzen folgen, sondern die anders sind,
  • die mich Pferde immer besser verstehen lassen (und auch mich selbst),
  • die Berührungen ermöglichen statt auf Erfolge und Leistungen zielen und
  • die mein Herz öffnen und auch Türen.

Dafür arbeite ich.

Und ich freu mich sehr darauf, genau das hier in der Community gemeinsam mit Euch weiterführen zu können!!!

Reiten mal ganz anders

Reiten mal ganz anders

Die Kunst, etwas zuzulassen …

Seit einer Weile reite ich wieder hin und wieder mein Pferd. Naja, „reiten“ würden es viele wohl nicht nennen, denn im Wesentlichen bringt Anthony mir gerade bei, es geschehen zu lassen, von ihm getragen zu werden, also passiv zu sein, statt aktiv. Und, wow, das ist wirklich nicht so einfach!

Reiten lernen wir ja in der Regel als etwas Aktives. In der Summe geht es herkömmlicherweise darum, dass das Pferd tut, was wir wollen – denn: „Wo kommen wir denn hin, wenn das Pferd sein Ding macht?“ – nicht wahr?

Tja, wo kommen wir dann wohl hin … – das ist genau die Frage, die nun offenbar auf meinem Weg mit Anthony erforscht werden will. Ihn herkömmlich zu reiten, geht seit langer Zeit nicht mehr, da wehrt er sich auf vielfältigste Weise (und nein, ich werde nicht versuchen, mich durchzusetzen, denn das wäre in diesem Fall auf verschiedenen Ebenen eine wirklich sehr dumme und wahrscheinlich auch gefährliche Idee…). Was aber geht, ist, mich für einige Minuten tragen zu lassen, also zum Passagier zu werden. Und, hui, das ist für mich als Kontroll-Freak ein ganz schönes Stretching.

Es ist unglaublich spannend, wahrzunehmen, wie Anthony auf jede Form von Erwartung mit Stress reagiert (obwohl ich schon gut dabei bin, möglichst kaum noch Erwartungen zu haben). Wenn er mit Anspannung reagiert, versuche ich, ihn zu beruhigen, und sage so etwas wie: „Ist doch alles gut, ich will doch gar nichts.“ – aber erkenne dann, dass ich eben doch wieder eine andere Kopfhaltung im Sinn hatte, die Seite wechseln wollte oder Ähnliches. Für die meisten Reiter/innen ist es ganz selbstverständlich beim Reiten, solche Forderungen zu stellen, aber mit einem Pferd wie Anthony wird einem klar, dass es das eben nicht ist.

Anthony zeigt mir gerade eindrucksvoll, wie gut er mich wahrnimmt (viel besser als ich selbst). Schaffe ich es, wirklich nichts zu wollen, läuft er Runde um Runde mit mir auf dem Rücken, den Boden untersuchend oder in die Gegend schauend. Auf jedes noch so kleine Wollen von meiner Seite reagiert er prompt mit Stress (Anspannung im Körper, Stehenbleiben, Rückwärtsgehen, gegen den Zügel gehen, Kopf hochnehmen). Gelingt es mir, eine wirklich offene Frage zu stellen (bei der ich also tatsächlich keine „richtige“ Antwort im Kopf habe), bleibt er gelassen und antwortet entweder mit einem „Okay“ oder einem „Nö“.

Nun fällt mir natürlich nicht leicht, ein „Nö“ genauso gelassen anzunehmen wie ein „Okay“ und mir wird klar: Erwartungen zeigen sich vor allem in unserer Reaktion darauf, wenn nicht geschieht, was wir möchten …

Und passend als Lesetipp: „Mit dem Herzen voran“ – der Reitkurs von Wege zum Pferd.

Pferde als Reitlehrer

Pferde als Reitlehrer

Wie würden wir dann wohl reiten …

Heute mal eine Frage als Gedankenexperiment:

Wie würden uns Pferde wohl das Reiten beibringen? Sicher ganz anders als es Menschen tun – was meint Ihr?

Überlegt doch mal, was Euch wohl Euer eigenes Pferd vermitteln würde?

Und passend als Lesetipp: „Mit dem Herzen voran“ – der Reitkurs von Wege zum Pferd.

Fehlender Weitblick

Fehlender Weitblick

Und auch das gehört dazu …

Wege sind nicht immer klar und geradeaus. Ganz im Gegenteil, oft sind sie verschlungen und nicht absehbar. Das kann dann viel Unsicherheit auslösen und manchmal auch Angst. Dann kommt man vom Weg ab, weil man vielleicht zu leichtfertig auf den Rat anderer hört, ohne nachzuspüren, ob es wirklich passt, oder man tut etwas, das man gar nicht will, einfach um irgendwie wieder ein Gefühl von Überblick und Kontrolle zu bekommen…

Ich habe mit Anthony schon so oft in dichten Nebelschwaden gestanden und das war nicht leicht auszuhalten. Sorge, Kontrollverlust und Angst zogen Kraft und Energie. Und doch ging der Weg immer irgendwie weiter, selbst wenn ich keine Ahnung hatte, wohin er führen würde.

Heute weiß ich, dass auch das Dunkle, der Nebel und der fehlende Weitblick zu unserem gemeinsamen Weg dazugehören. Und dieses innere Ja lässt das Licht gleich ein kleines bisschen heller werden.

Wer kennt das auch?

Eine Kraftquelle

Eine Kraftquelle

Eine Protion Unbeschwertheit …

Erinnerst Du Dich auch manchmal noch an das Kind, das Du mal warst? Dieses Kind, welches früher vielleicht stundenlang selig an einem Weidezaun stehen und Pferde einfach nur wunderwunderschön finden konnte. Das Kind, das noch nichts wusste von den vielen Entscheidungen, die man als Pferdebesitzer/in treffen muss und von all dem, was man sich an Wissen und Fähigkeiten aneignen muss, um seinem Pferd gerecht zu werden. Das Kind, das noch nichts von dem Unrecht und dem Mist ahnte, welcher Pferden oft widerfährt (und von dem leider immer noch so viele behaupten, das es sein muss, obwohl das absolut nicht stimmt).

Ich weiß noch sehr genau, wie glücklich ich früher war, wenn ich Pferde einfach nur sehen oder Ponys streicheln durfte. Pures, unbeschwertes Glück. Und wenn ich tatsächlich sogar mal auf einem sitzen durfte, war das wie Weihnachten und Geburtstag zusammen!

Gerade weil das Leben als Pferdebesitzer (und überhaupt) eben manchmal ganz schön „ernst“ ist und es manchmal auch verdammt schwer ist, gut für ein Pferd zu sorgen, ist es meiner Erfahrung nach sehr hilfreich, sich hin und wieder ein bisschen etwas von dieser kindlichen Unbeschwertheit zurückzuholen. Immer mal wieder für einige Momente alles zur Seite schieben, was die Seele belastet und unser Herz öffnen. Pferde – ob nun krank oder gesund, ob einfach oder schwierig – sind ja immer auch noch genau das, was wir damals in ihnen sahen: zauberhafte und wundervolle Wesen, die wir aus tiefstem Herzen lieben. Das nie zu vergessen und mich immer wieder bewusst mit meiner unbedarften, freien und verspielten Liebe zu Pferden (… und eben auch zum Leben!) in Kontakt zu bringen, ist für mich eine großen Kraftquelle geworden, vor allem dann, wenn der Weg holprig ist, die Sorgen groß sind und die endlos vielen Entscheidungen drohen, ein bisschen zu viel zu werden…

Zuerst erschienen auf www.tania-konnerth.de

Herzwärmer-Moment

Herzwärmer-Moment

Ein Geschenk …

Es ist einer dieser trüben Novembertage, an denen der Himmel keine Farbe hat und der Nebel Tonnen wiegt. Selbst die Gänse wollen nicht fliegen, sondern ducken sich zusammengedrängt auf den Feldern. Als ich am Stall ankomme und aus dem Auto steige, pfeift der Wind. Ich ziehe meine Handschuhe an, setze die Mütze auf und schließe meine Jacke.

Schon von weitem sehe ich, dass mein Anthony inmitten der kleinen Ponytruppe liegt und döst – als einziger. Wie wohl und sicher er sich hier fühlt, denke ich, und das macht mich sehr glücklich. Als ich dann zu ihm komme, liegt auch sein bester Kumpel. Ich setze mich für einen Moment ganz leise und behutsam dazu, bin ein willkommener Gast in dieser kleinen Herde. Zwischen ihnen zu sein, fühlt sich an wie eine Umarmung und wärmt von innen.

Was wärmt Euch das Herz?

Zuerst erschienen auf www.tania-konnerth.de