Der eigene Weg des Pferdes

Es gilt, ihn zu akzeptieren …

Vielleicht manchmal mit das Schwierigste: dass wir unseren Pferden (und anderen Tieren und auch Kindern) trotz all der Verantwortung, die wir für sie und ihr Wohlbefinden haben, einen eigenen Weg zugestehen müssen.

  • Eigene Entscheidungen,
  • eigene Stimmungen,
  • eigene Erfahrungen und
  • eigene Lernaufgaben.

Der Grad zwischen schützen und überbehüten ist oft schmal, denn so sehr wir sie vor Leid jeder Art bewahren wollen, so gehört genau das eben auch für jedes Lebewesen mit dazu. Und manchmal können wir nichts tun, als nur zu begleiten und anzunehmen, was ist.

Zuerst erschienen auf www.tania-konnerth.de

7 Kommentare

  1. Manja

    Oh ja, liebe Tania … genau: es ist so herausfordernd, so schmerzhaft bisweilen und dennoch so wahr …
    DANKE für deine mitmachenden Gedanken. Es geht so viel ums Loslassen, Vertrauen, Aus-und Raum-Halten und Annehmen beim Begleiten. LG Manja

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    • adminTK

      Liebe Manja,
      danke an Dich für Deine Zeilen – und ja, genau all das können wir so gut von ihnen lernen.
      Lieber Gruß,
      Tania

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  2. Sylva

    Oh ja, und die Versuchung, „überzubehüten“ ist verdammt groß, wenn man seit 10 Jahren ein Pferd hat, das immer am lautesten „hier… ich!“ schreit, wenn es darum geht sich spektakulär zu verletzen oder verletzen zu lassen. Das immer dann, wenn es grad am Schönsten ist, das Training nicht besser laufen könnte, sich erneut für meist recht lange Zeit ausknockt und dadurch meinen Seelenzustand nicht gerade positiv beeinflusst. So ein Pferd möchte man am liebsten in eine gepolsterte Box sperren, damit nicht in absehbarer Zeit wieder etwas Schlimmes passiert. Und dennoch sind sie in der Herde glücklich und zufrieden und der Kontakt zu Artgenossen ist eines ihrer elementaren Grundbedürfnisse. Und so werden wir jetzt halt die Sehnenzerrung langfristig auskurieren, ihn hoffentlich bald wieder nach draußen lassen können …. Und auf die nächste Katastrophe warten.

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    • adminTK

      Ich finde es großartig, dass Du nicht Deine Ängste entscheiden lässt (wie es viele tun), sondern trotz allem das im Blick behältst, was das Pferd braucht, um Pferd zu sein. Das ist absolut nicht leicht, wenn es so ein kleiner Unglücksrabe ist, aber es wäre nicht mal gesagt, dass er, auch wenn er in einer gepolsterten Box leben würde, sich weniger verletzten würde, denn irgendwann muss er ja auch dieser mal raus… Wir können einfach nicht alles verhindern und das gilt es anzunehmen.
      Ganz viel gute Besserung für die Zerrung!
      Tania

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  3. Katja Tidow

    Mir bringt mein Exmoorwallach Gismo das „Loslassen“ bei. 4 Jahre weitgehend frei aufgewachsen im Naturpark Solling, seit über 2 Jahren bei uns, fühlt sich augenscheinlich auch durchaus wohl mit seiner jetzigen Herde und der Umgebung – und lässt sich nicht anfassen.
    Ein ganz souveränes, tolles Tier, das problemlos in Freiheit überleben könnte, aber bislang keinen Grund sieht, mit Menschen in physischen Kontakt zu treten. „Unterhalten“ tun wir uns beide aber sehr intensiv. Um ihm „zu helfen“, habe ich mich in dieser Zeit mit sehr vielen Methoden, Ansätzen und Erfahrungen anderer mit „speziellen“ Pferden beschäftigt und meinen Horizont sehr spannend erweitert.
    Das einzige Problem, mal so ganz genau betrachtet, ist die nicht mögliche Hufbearbeitung. Die langen Zehen haben Gismo im Frühjahr ziemlich zu schaffen gemacht. Ein Versuch, ihn per „Distanzimmobilisierung“, soweit zu sedieren/ narkotisieren, dass die Hufpflegerin ran könnte, scheiterte spektakulär. Zum Glück sind aber bis Anfang Juni alle irgendwie „richtig“ abgebrochen, sieht einigermaßen manierlich . Hufe sind immer noch länger als wünschenswert und Lehrbuch, aber er kann damit gut stehen und laufen.
    Aktuell kann ich nichts ändern. Wir gehen unseren gemeinsamen Weg weiter und ich bin inzwischen zuversichtlich, dass 1. Hufbearbeitung zumindest durch mich irgendwann möglich sein wird und 2. Die Hufe bis dahin auf natürlichem Wege einigermaßen Form behalten werden.

    Die Beschäftigung mit wild lebenden Pferden allgemein und meinen beiden eigenen (inzwischen lebt auch ein Halbbruder mit gänzlich anderem Naturell bei uns) hat mir noch klarer als irgendwie schon lange gefühlt klar gemacht, wie intelligent, fähig und kompetent Pferde eigentlich sind. Und wie sie mit besten Wissen und Gewissen oder weil es „normal“ ist, in fast allen Bereichen ihres Lebens von Menschen entmündigt werden.

    Katja

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    • adminTK

      Wow, da hast Du aber eine wirklich große und auch herausfordernde Aufgabe bekommen. Sich gar nicht anfassen zu lassen, das ist ja doch eher selten. Ich kenne einen ähnlichen Fall, der sich wirklich spannend entwickelte, inzwischen ist da etwas ganz Zauberhaftes zwischen Mensch und Pferd entstanden. Zeigt er denn Interesse an Dir?
      Nimmt er auch mal von sich Kontakt auf?
      Magst Du vielleicht mal Eure Geschichte für die Kategorie „Eure Wege“ hier aufschreiben und mir per Mail schicken? Dann stelle ich das ein, wer weiß, vielleicht gibt es ja hier in der Runde noch jemanden mit einem ähnlichen Fall …
      Herzlich,
      Tania

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  4. Katja Tidow

    Ja, er ist durchaus interessiert an mir und mit mehr Abstand auch an anderen Menschen. Kommt z.B. oft mit zum Koppeltor, wenn ich mit den Kleinen losgehe und verabschiedet uns. Wir „unterhalten“ ist täglich, auch immer mal zwischendurch. Er ist durchaus zufrieden hier, halt nur derzeit genau so, wie es ist – ohne körperlichen Kontakt zu Zweibeinern. Und er weiß akkurat, wie groß der Abstand minimal sein muss, um Übergriffe zu verhindern 😉.
    Er ist kein ängstliches Pferd, sondern ein sehr, sehr, sehr vorsichtiges und aufmerksames. Da sind die Gene vom keltischen Urpony noch sehr präsent. Überleben in freier Wildbahn wäre kein Problem und der Wolf würde Gismo wohl auch nicht kriegen.
    Die letzten Monate hab ich mich intensiver mit ihm nach Ansätzen vom Freedom Based Training und Trust Technique beschäftigt, aktuell wegen Dunkelheit läuft nur Sparprogram mit bisschen zusammen rumstehen. Manchmal kann ich grade eben an der Mehlnase erkennen, ob er grade zu mir sieht.
    Ich bin schon recht sicher, dass er irgendwann über seinen Schatten springen wird, aber wann und wie – keine Ahnung. Für dieses Pony irgendwelche Prognosen abzugeben, hab ich mir inzwischen abgewöhnt 😊.

    LG
    Katja

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